Sind Webseiten und Webplattformen wirklich markenkonform und strategiedienlich?
Digitale Berührungspunkte sind ein wichtiger Baustein für die Wahrnehmung und Wirksamkeit von Marken und Unternehmen. Webseiten und digitale Plattformen sind oft das Herzstück der Markenkommunikation – sie prägen erste Eindrücke und langfristige Beziehungen. Doch wie sicher kann man sich nun sein, dass diese Touchpoints die eigene Marke nicht nur abbilden, sondern gezielt stärken und beim Erreichen der strategischen Ziele unterstützen?
Grundlegendes Verständnis erarbeiten
Markenkonforme digitale Touchpoints sind kein Zufall. Sie entstehen, wenn tiefe Stakeholder-Insights und ein klares Verständnis für die Bedürfnisse und Ziele aller Beteiligten ins Zentrum gestellt werden. Das Fundament bildet dabei immer das Wertversprechen der Marke: Was macht sie einzigartig? Wo liegt der tatsächliche Mehrwert – für Kund:innen, Nutzer:innen, Partner:innen und das Unternehmen selbst?
Drei zentrale Fragen helfen, die Weichen strategisch richtig zu stellen:
- Wer sind die zentralen Stakeholder und welche Bedürfnisse treiben sie wirklich an?
- Ein klares Verständnis der eigenen Marke und dem Mehrwert, den sie Anspruchsgruppen bieten kann.
- Welche Position nimmt das Wertversprechen der Marke im digitalen Raum ein?
- Wie sieht das Soll-Markenerlebnis aus – was sollen Nutzer:innen tun, fühlen und erleben, wenn sie mit der Marke digital interagieren?
Marken unterscheiden sich durch Relevanz und Klarheit im Nutzenversprechen. Wer an dieser Stelle strategisch agiert, definiert digitale Touchpoints als Erlebnisräume, die Vertrauen schaffen, Differenzierung erlebbar machen und echten Mehrwert bieten.
Vom Verstehen ins Handeln
Konkret wird es auf den einzelnen Touchpoints. Webseiten und Plattformen entfalten ihre Wirksamkeit erst, wenn sie exakt auf die Zielgruppen, ihre Bedürfnisse und die jeweiligen Zielzustände zugeschnitten sind.
Dafür braucht es die Übersetzung vom Markenversprechen in klar definierte Zielbilder der erwartbaren digitalen Kundenerlebnisse:
Von einem geteilten Verständnis wird es nun konkret: Es geht nun um User Storys, Funktionen und Akzeptanzkriterien, die es zu leisten bzw. zu erfüllen gilt. Die Gestaltung der User Experience wird damit zur zentralen strategischen Disziplin: Wo und wie können Nutzer:innen den Unterschied, die Haltung und das Leistungsversprechen einer Marke erleben? Welche Funktionen, Inhalte und Prozesse machen den angestrebten Zielzustand wirklich erlebbar?
Wer die Markenwirkung nachhaltig erbringen will, denkt über das Erscheinungsbild hinaus. Erst mit der Berücksichtigung und Gestaltung von relevanten Prozessen, organisatorischen Kompetenzen und technischen Systemen gelingen wirksame, skalierbare und markendienliche digitale Erlebnisse.
Fazit
Strategisch markenkonforme Webseiten und Webplattformen sind kein Zufallsprodukt, sondern Ergebnis systematischer Verständnis- und Gestaltungsarbeit. Wer heute und in Zukunft online wirksam sein will, braucht digitale Touchpoints, die das Markenversprechen erlebbar machen und so Beziehungen stärken.
Über die:den Autor:in
Seit über zehn Jahren bringt der promovierte Sozial- und Wirtschaftwissenschafter eine Sichtweise auf die Welt der Technologie, die Menschen und (Marken-)Erlebnisse in den Fokus rückt: Technologie definiert die Möglichkeiten, bleibt immer ein Mittel zum Zweck.
Hubertus Winkler Digitalstratege T. +43 512 52005-33 E. hubertus.winkler@breitetiefe.com